Biometrische Zugänge ermöglichen eine einfache Zugangskontrolle

Wenn heute biometrische Zugänge bzw. Zugangssysteme zum Einsatz kommen, geht es hauptsächlich um eine schnelle und möglichst einfache Zugangskontrolle zu Räumen oder Maschinenbereichen. Ein typisches Anwendungsgebiet ist die Zugangskontrolle mithilfe eines Fingerabdrucks oder der Gesichtserkennung. Der Hauptvorteil dieser Zugangsverfahren besteht in der hohen Sicherheit bei einer sehr einfachen Handhabung.

Die Anfänge biometrischer Zugangssysteme

Neben den klassischen Zugangssystemen mithilfe von Passwörtern, Chipkarten oder ähnlichen Mitteln gibt es bereits seit einiger Zeit die Zugriffskontrolle für berechtigte Personen mithilfe von biometrischen Identifikationsverfahren. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen folgenden Arten von Zugängen:

– Zum einen gibt es aktive Identifikationsmittel, die mithilfe einer Elektronik oder eines Verschlusssystems und eigener Energie arbeiten. Die Übertragung der Identifikationsdaten erfolgt beispielsweise per Funk oder Infrarot.
– Eine andere Möglichkeit sind passive Identifikationsmittel mithilfe von kontaktbehafteten oder kontaktlosen Medien, beispielsweise RFID (mithilfe von passiven Transpondern) oder mit anderen Zugangsmöglichkeiten.
– Außerdem gibt es biometrische Zugangssysteme, unter anderen mit Merkmalen wie dem Fingerabdruck, dem Scan von Iris oder Netzhaut, mit der Handvenenerkennung oder der Gesichtserkennung.

Die biometrischen Erkennungsverfahren werden sehr gerne dort eingesetzt, wo die Identität einer Person eine wesentliche Rolle spielt. Dies kann zum Beispiel bei automatisierten Identifizierungssystemen der Fall sein, im Bereich der Industrie 4.0 für den Zugang zu Räumen oder Maschinenbereichen eingesetzt. Schon seit längerer Zeit bekannt sind Systeme, die beispielsweise mit einer Anmeldung per Fingerabdruck arbeiten. Bereits Anfang der 1990er Jahre kamen die ersten zuverlässig arbeitenden Systeme dieser Art zum Einsatz. Sehr oft waren es die Fingerprintsensoren, die sich Ende der 1990er Jahre am Markt etablieren konnten. Einige Zeit später folgten biometrische Reisepässe oder Personalausweise. Häufig werden herkömmliche Zugangsverfahren auch durch biometrische Zugänge ergänzt, um die Sicherheit zu erhöhen, beispielsweise in permanent geschützten Maschinenbereichen oder in sensiblen Firmenbereichen.

Moderne Systeme mit Handvenenerkennung

Mittlerweile gibt es zahlreiche Verfahren für die Sicherheit der biometrischen Zugangssysteme. Deren Hauptvorteil besteht darin, dass die biometrischen Eigenschaften nicht gestohlen oder vergessen werden können. Dies gilt für den Fingerabdruck als klassische Art der biometrischen Zugangskontrolle ebenso wie für den Irisscan, die Gesichtskontrolle oder sonstige biometrische bzw. charakteristische Personenmerkmale. Einen neuen Weg beschreitet der Scan für die Muster von Handvenen. Es handelt sich hierbei um eine neuere Technologie im Bereich der biometrischen Sicherheitssysteme, die vor allem zur Sicherstellung einer fälschungssicheren Personenauthentifizierung eingesetzt werden soll. Jeder Mensch besitzt einmalige Venenverläufe unter der Handfläche, die als einzigartige Erkennungsmuster zur Identifikation dienen sollen. Diese Venenmuster dienen anhand der biometrischen Zutrittsmerkmale vorwiegend für Bereiche, in denen sehr hohe Sicherheitsstandards eingehalten werden müssen. Gleichzeitig ermöglichen die Systeme bei höchsten Sicherheitsstandards eine einfache und bequeme Bedienung. Die Erfassung der Venenmuster erfolgt mithilfe eines Infrarotscanners. Die Abtastung erfolgt dabei an der Innenseite der Hand berührungslos mit nur wenigen Zentimetern Abstand. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Strahlung, die für den Scanner zum Einsatz kommt, weder gesundheitsschädlich noch überhaupt für den Benutzer spürbar ist. Das Infrarotlicht registriert den Verlauf des sauerstoffarmen Blutes in der Vene. Es wird also quasi ein Bild der Hand erzeugt, indem mittels einer speziellen Software ein schemenhaftes Verlaufsmuster erstellt und in einer Datenbank gespeichert wird. Auch eine Speicherung des Musters auf einem Ausweis mit RFID ist möglich.

Die Handvenenerkennung als Mittel zur Identifikation und Verifikation

Anhand moderner Identifikationsverfahren wird das gescannte Venenmuster in einer Datenbank gespeichert. Bei der aktuell vorgenommenen Identifikation wird das neu aufgenommene Muster mit vorhandenen Vorlagen innerhalb einer Datenbank verglichen. Eine Alternative besteht darin, das für die Verifikation benötigte Template von einem zusätzlich mitgeführten Ausweis mit RFID einzulesen und das Handvenenmuster mit der gespeicherten Vorlage zu vergleichen. Es handelt sich um ein relativ modernes Verfahren, das kaum als zu überlisten gilt. Die Venenmuster in der Hand sind praktisch gar nicht zu manipulieren. Außerdem können auch sehr feine Venenverzweigungen noch problemlos dargestellt werden. Diese feinen Verzweigungen sind charakteristisch für einzige Personen, welche ähnlich wie Fingerabdrücke ebenfalls individuell sind. Ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten diese Zugriffssysteme in Kombination mit anderen biometrischen Verfahren, beispielsweise als Kombination zwischen dem Fingerabdruckscan und der Handvenenerkennung.

Die Möglichkeiten der Handvenenerkennung in Kombination mit anderen Verfahren

Sicher werden die Systeme besonders in Kombination mit anderen modernen Sicherungsverfahren. Bereits eine einfache zusätzliche Identifikationsmöglichkeit mithilfe eines RFID-Ausweises oder zusätzlich in Verbindung mit einer Zeiterfassungslösung erfüllt schon sehr hohe Sicherheitsstandards. Viele der Verfahren können bereits heute problemlos eingesetzt werden. Häufig sind es vor allem die Kombinationen verschiedener biometrischer Verfahren, die als äußerst fälschungssicher und damit sicher gegen Manipulationen gelten. Vor allem interessant sind diese Identifikationsverfahren für moderne Maschinen oder im Bereich der Zugangskontrolle für Sicherheitsbereiche, unter anderem auch im Bereich der Industrie 4.0.

Verschiedene Identifikationsverfahren für Hochsicherheitsbereiche

Moderne biometrische Identifikationsverfahren mithilfe der Gesichtserkennung, eines Fingerprintsensors oder sogar modernste Verfahren mithilfe der Handvenenerkennung kommen immer häufiger in Kombination mit anderen Zugriffskontrollen zum Einsatz. Im einfachsten Fall sind es einfache Kennnummern (PINs) oder Chipkarten, die zusammen mit den biometrischen Kontrollmöglichkeiten verwendet werden. Momentan zum Einsatz kommen diese Verfahren als Kombinationen in Hochsicherheitsbereichen oder bei der Sicherung von speziellen Maschinen, die nur von wenigen autorisierten Personen bedient oder (um-) programmiert werden dürfen. Lange Zeit waren die biometrischen Verfahren sehr speziell, beispielsweise für den Zugang zu Hochsicherheitsbereichen. Die Fingerprintsensoren werden mittlerweile schon für Smartphones als Zugriffskontrolle eingesetzt. Die massenhaften Einsätze dieser Verfahren führten leider auch dazu, dass sie vor allem im Hochsicherheitsbereichen ihr Ansehen verloren. Hier werden heute überwiegend andere Verfahren eingesetzt.

Alternativen für Hochsicherheitsbereiche

Alternativen zur Erkennung von Fingerabdrücken bestehen in der Iriserkennung, in der Gesichtserkennung oder in der Verifikation von Handvenenmustern. Aus Sicherheitsgründen und für die Sicherstellung einer ausreichenden Manipulationssicherheit kommen meist Kombinationen verschiedener Identifikationsverfahren zum Einsatz, wobei nicht unbedingt Kombinationen alleiniger geometrischer Zugriffskontrollen eingesetzt werden müssen. Leider sind diese Alternativen oft mit einem höheren Aufwand verbunden, häufig sogar in Verbindung mit einem deutlich geringeren Benutzerkomfort.

Biometrische Zugangsverfahren und der Datenschutz

Bei der Verarbeitung und Speicherung biometrischer Daten taucht aber häufig das Problem auf, dass die Speicherung von personenbezogenen und biometrischen Daten nicht ganz unproblematisch ist. In Deutschland gibt es eine relativ strenge Gesetzlage, welche die Speicherung solcher Daten regulieren soll. So müssen die Daten beispielsweise verschlüsselt werden, außerdem gibt es Richtlinien in Hinblick auf die Speicherung in Datenbanken oder auf Chipkarten. Es herrschen hier ganz andere Nutzungsbedingungen als beispielsweise im privaten Bereich, in denen mit biometrischen Zugangsdaten (als klassisches Beispiel sei der Fingerabdruck zur Identifikation für das Smartphone genannt) oft alles andere als sorgfältig umgegangen wird. Für biometrische Zugangsdaten im Bereich Industrie 4.0 oder gar im Bereich der Sicherheitssysteme gibt es ganz andere Vorgaben.

Wird sich die Biometrie durchsetzen?

Es gibt heute gute Ansätze für moderne und sichere Zugangsverfahren zu Maschinen- oder Sicherheitsbereichen. Die Biometrie bzw. biometrische Zugangsverfahren sind heute sehr komfortabel einsetzbar. Werden die Datenschutzbestimmungen eingehalten und kommen die Verfahren im Zusammenspiel mit weiteren hohen Sicherheitsstandards zum Einsatz, sind sie durchaus zukunftsfähig, vor allem in Bereichen mit höchster Sicherheit bei der Zutrittkontrolle. Es gibt momentan kaum eine andere Möglichkeit, die Identifikation so sicher durchzuführen wie mithilfe biometrischer Zutrittsverfahren bzw. Zutrittskontrollen. Ein Nachteil ist natürlich der Kostenfaktor. Die höheren Kosten werden aber vielerorts in Kauf genommen, da andere Verfahren wie beispielsweise der Zutritt mithilfe nicht fälschungssicherer Chipkarten doch eher gescheut bzw. vermieden werden sollen. Die Biometrie lohnt sich also auf jeden Fall, vor allem im Hinblick auf Bereiche wie Industrie 4.0 und eine entsprechende Zukunftssicherheit.

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