SCADA – Was ist das und worum geht es?

SCADA steht für Supervisory Control and Data Acquisition, was auf deutsch soviel heißt wie das Überwachen und Steuern technischer Prozesse mithilfe von Computersystemen. Es handelt sich um einen sehr wichtigen Teilbereich, der im Zusammenhang mit Begriffen wie der Industrie 4.0 eine immer größer werdende Rolle spielt. Automatisch ablaufende Prozesse innerhalb von Fertigungsstraßen oder in anderen Bereichen werden sowohl auf zentrale als auch auf dezentrale Systeme weitergeleitet, und das zum Zweck einer Überwachung, Visualisierung sowie Steuerung und Regelung dieser Fertigungsprozesse mithilfe von mehr oder weniger entfernten Computern.

Sehr oft beispielsweise erfolgt die Kommunikation der SCADA-Systeme mithilfe von modernen Internetübertragungstechniken, im lokalen Bereich auch über ältere und bereits seit langer Zeit bewährte Verbindungstechniken wie zum Beispiel Punkt-zu-Punkt-Kommunikationswege.

Welche Aufgaben haben SCADA-Lösungen heute?

Die Grundlagen für das Überwachen und Steuern technischer Prozesse innerhalb von Fertigungen sowie in anderen industriellen Bereichen bilden heute in mehrere Schichten unterteilte Automationen. Die erste Schicht (oft auch als Level 1 bezeichnet) ist die so genannte prozessnahe Schicht, während eine weitere Schicht der Prozessüberwachung (beispielsweise Level 2) dazu dient, eine Optimierung der Level-1-Automation zu erreichen. Weitere Level dienen dazu, eine Planung von Arbeitsprozessen durchzuführen sowie eine Qualitätssicherung und die notwendige Dokumentation. Eine sehr wichtige Funktion von SCADA besteht außerdem darin, die üblicherweise in Level 1 generierten Daten an das System weiterzugeben und zu Zwecken der Überwachung in einer benutzerfreundlichen Darstellungsweise anzuzeigen, so dass bei Bedarf steuernd in Prozess eingegriffen werden kann. Folgende Aufgaben haben solche Systeme heute:

  • Überwachung und Steuerung von Produktionsaufgaben und Fertigungsprozessen
  • Management von verschiedenen Abläufen
  • Sammeln und Verwalten von relevanten Daten über Fertigungsprozesse
  • Vernetzung und Automation von Maschinen
  • moderne Kontrollsysteme nutzen
  • Fertigungsprozesse in Industrial Cloud Computing Umgebungen integrieren

Unterschiede zu Human-Machine-Interfaces (HMI)

Ein Human-Machine-Interface kann durchaus ein Teil eines SCADA-Systems sein. Tatsächlich gibt es einige Ähnlichkeiten zwischen beiden Systemen. Beide Systeme beschreiben Teile so genannter Industrial Control Systems, kurz ICS, einer sehr allgemeinen Beschreibung der Automation mithilfe von modernen Steuerungssystemen. Das HMI beschreibt einen relativ einfachen Weg, um eine Kommunikation bzw. Interaktion zwischen Mensch und Maschine zu ermöglichen. Systeme wie SCADA geht noch einen Schritt weiter, indem einige Komponenten direkt gesteuert werden können oder eine Kommunikation mit Ihnen möglich ist. Es handelt sich um eine vernetzte Automation von Maschinen, da ein solches System mit allen Komponenten einer industriellen Steuerung verbunden sein kann bzw. eine Verbindung mit mehreren Komponenten möglich ist. Dies ist bei einem Human-Machine-Interface meistens nicht der Fall.

Wofür SCADA (unter anderem) steht

Ein SCADA-System lässt sich bei Bedarf mit unterschiedlichen Geräten, Maschinen oder Ausrüstungen verbinden. Diese Verbindung kann über verschiedene Kommunikationssysteme stattfinden wie beispielsweise 2G, 3G, 4G oder CDMA und andere GSM-Technologien sowie einige andere Netzwerktechniken. Die Kontrollsysteme bieten die Möglichkeit einer jederzeit im Bedarfsfall herstellbaren Kommunikation. Diese kann selbstverständlich nicht nur über mobile Kommunikationswege sichergestellt werden, sondern auch über herkömmliche Ethernet-Netzwerke wie LAN oder auch WAN. Die Gegenstellen zu den Kontrollsystemen für industrielle Anwendungen bilden intelligente Technologien.

Die Sicherheit spielt eine wesentliche Rolle bei SCADA

Wenn für verschiedene Bereiche industrieller Fertigungsanlagen sowie in anderen sensiblen Bereichen öffentliche Kommunikationswege wie beispielsweise Mobilfunknetze zum Einsatz kommen, ist die Sicherheit ein wesentlicher Faktor bei der Umsetzung solcher Systeme, der leider häufig noch vernachlässigt wird. Angriffe auf isolierte SCADA-Systeme hat es in der jüngsten Vergangenheit tatsächlich gegeben. Das zeigt, wie wichtig die Sicherheit auch in verschiedenen Bereichen Industrie 4.0 sowie in den damit verbundenen Technologien geworden ist. Bereits jetzt ist die Sicherheit ein sehr wichtiges Thema im Bereich der Industrie 4.0. Sehr wichtig ist es zum Beispiel, die Systeme in Bezug auf die Sicherheitstechnologien stets aktuell zu halten und in regelmäßigen Abständen notwendige Sicherheitsupdates anzuwenden.

Verwandte Beiträge

  • VESA Befestigungen in der Industrie – eine einfache Norm

    Die Norm für Befestigungen bei Flachbildschirmen und Panel PCs, die VESA Norm, kann man berechtigt als eine Art Abfallprodukt der Organisation bezeichnen, die sich hinter VESA verbirgt. Dass diese Norm sich in den letzten Jahren immer mehr etablieren konnte, verdankt VESA mit Sicherheit auch dem Siegszug des TFT oder LCD…

  • Raspberry PI – der Einplatinencomputer im Einsatz

    Einfacher Aufbau, komplex in der Wirkung. Das war die Zielsetzung der Entwickler der Raspberry PI Foundation, als sie den Raspberry PI erschufen. Der Minicomputer basiert auf nicht mehr als einer ARM-Platine und ist besonders leicht verständlich aufgebaut. Ursprünglich entwickelt, um Menschen den Erwerb von Programmier- und Hardwarekenntnissen zu erleichtern, ist…

  • Optical Bonding – die technische Lösung für Bildschirme im Außeneinsatz

    Im Alltag sind immer häufiger hochfunktionelle Bildschirme gefragt. Täglich kommunizieren wir über Smartphones, PDAs oder zum Beispiel den Bildschirm am Bankschalter. Hochwertige Klebeverfahren zum Schutz der Bildschirme sind daher gefragt. Sie bieten Schutz vor Feuchtigkeit und ermöglichen es uns, auch bei direkter Sonneneinstrahlung auf dem Bildschirm zu lesen. Eine Technologie,…

  • Automatisches Check-In – ADM bietet Lösungen für Hotel-Ausstatter

    Hotels, deren Rezeption nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit besetzt sein kann, können Ihren Kunden nun einen besonderen Service bieten. Automatische Check-In-Terminals bieten Gästen die Möglichkeit, den Check-In selbst vorzunehmen. Im Auftrag verschiedener Low Budget-Hotels hat ADM electronic eine robuste und langlebige Kundenlösung entwickelt. So funktioniert der Check-In-Automat In Messe-Hotels…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.