Was ist ein KVM-Extender?

Ein KVM-Extender ist vereinfacht gesagt eine technische Lösung, um die wichtigsten Bedienelemente eines Computers oder einer rechnergesteuerten Einrichtung auch über größere Entfernungen hinweg vom jeweiligen Rechner räumlich getrennt aufzustellen und nutzen zu können. Die Verbindung bzw. Übertragung der dabei anfallenden Daten erfolgt dabei über ein Netzwerkkabel. Übertragen werden Informationen, die auf dem Bildschirm dargestellt werden, außerdem die Tastatur- und Mausbefehle, die ebenfalls erst über den Extender laufen. Tatsächlich gibt es unterschiedliche Signale für diese Verbindungen wie beispielsweise unterschiedliche Videostandards oder verschiedene Anschlüsse für die Maus oder die Tastatur. Dementsprechend sind auch verschiedene Ausführungen der KVM-Extender erhältlich.

Wie funktioniert die Signalübertragung per KVM-Extender?

Statt mit herkömmlichen Verlängerungskabeln, welche für alle drei Komponenten (Monitor, Maus und Tastatur) verlegt werden müssten, erfolgt die Übertragung der Signale mithilfe eines Sendemoduls und eines Empfangsmoduls (auch als Transmitter und Receiver bezeichnet). Der Transmitter ist das so genannte PC-Modul, also das an den Computer angeschlossene Modul. Der Receiver ist das so genannte Bedienplatz-Modul, von dem aus die Tastatur- und Mauseingaben erfolgen und an dem auch der Monitor angeschlossen wird. Die Verbindung erfolgt der Einfachheit halber über ein direktes Patchkabel. Ebenfalls möglich ist eine strukturierte Verkabelung der Komponenten untereinander, beispielsweise mithilfe von Netzwerkdosen und Patchpanels. Hier wird der Vorteil dieser Systemlösung deutlich, nämlich die Möglichkeit der Nutzung bereits vorhandener Netzwerkstrukturen, die beispielsweise aus standardmäßigen CAT5e, CAT6 oder CAT7 Netzwerkkabeln bestehen können. Alternativ ist auch eine Datenübertragung über Glasfaserleitungen zwischen dem Rechner und dem Bedienplatz möglich. Die Verbindung der Eingabeelemente (Maus und Tastatur) kann über unterschiedliche Schnittstellen erfolgen, in der Regel über USB oder PS/2. Es handelt sich hierbei um Signale bzw. Signalstandards, bei denen eine direkte Übertragung über längere Strecken hinweg nicht möglich ist.

Mögliche Einsatzgebiete der KVM-Extender

Die Übertragung der Videosignale sowie der Eingabesignale über die Maus und die Tastatur kann auch über größere Entfernungen erfolgen. Die Einsatzgebiete der KVM-Extender liegen vor allem dort, wo eine standardmäßige Übertragung dieser Signale über die dafür vorgesehenen Leitungen (Videoleitungen und USB Kabel) aufgrund der größeren Entfernungen nicht mehr ohne Weiteres möglich wäre. Mithilfe der KVM-Extender können Signalübertragungen aller benötigten Signale über Entfernungen ab ca. 5 Metern bis hin zu mehr als 150 Metern absolut störungsfrei erfolgen. Es lassen sich also wesentlich größere Entfernungen vom Rechner bis zum Bedienplatz überbrücken. Die Einsatzgebiete sind sehr vielfältig:

  • die Trennung von computerisierten Maschinensteuerungen und Bedieneinheiten
  • die Steuerung von in Sicherheitsbereichen eingesetzten Computeranlagen
  • der Einsatz von Bankterminals, Leitstellen sowie Überwachungscomputern aller möglichen Arten

Die Anlagen lassen sich sehr gut überall dort einsetzen, wo es aus unterschiedlichsten Gründen erforderlich ist, die Computer (beispielsweise wegen des Anschlusses komplexer Steuerungseinheiten oder Maschinensteuerungen) räumlich getrennt von den Bedienplätzen einzusetzen.

Der Einsatz der KVM-Extender unter unterschiedlichen Voraussetzungen

Um die Geräte einsetzen zu können, sollten zunächst die zu übertragenden Signale bzw. deren Schnittstellen bekannt sein. So lassen sich je nach Ausführung der KVM-Extender sowohl DVI-Signale mit verschiedenen Auflösungen übertragen als auch HDMI-Signale oder über standardmäßige VGA-Anschlüsse übertragene Signale für die Bilddarstellung mit verschiedenen Auflösungen. Letztere werden allerdings aufgrund der immer seltener werdenden VGA-Anschlüsse nur noch in Ausnahmefällen verwendet. Unterschieden werden sollte außerdem zwischen verschiedenen Arten von Extendern, welche nur zur Übertragung von HID-USB-Signalen (ausschließlich Eingabeelemente wie Maus und Tastatur) verwendet werden können oder andere Ausführungen, die „echte“ USB-Signale übertragen können wie solche für Drucker oder andere Arten von USB-Hardware wie zum Beispiel Massenspeicher, die ein bestimmtes Übertragungsprotokoll benötigen.

KVM-Extender und Bedienpulte

Ein Bedienpult in Form einer KVM LCD-Konsole funktioniert im Prinzip genauso wie eine Kombination aus einer herkömmlichen Tastatur, einer Maus sowie einem Monitor für die Bilddarstellung. Es handelt sich hier um verschiedene Arten von Bedienteilen für Computersteuerungen, die je nach vorgesehenem Einsatzzweck mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen, Monitorgrößen oder Eingabemöglichkeiten versehen sein können. Die Konsolen lassen sich beispielsweise in einen Serverschrank komplett einschieben, wenn sie nicht benötigt werden. Verschiedene Modelle lassen sich auch an einen KVM-Switch (Umschalter für Video- Maus- und Tastatursignale) anschließen bzw. sind bereits mit einem solchen Switch ausgestattet. Modelle mit einer so genannten IP-Bedienung ermöglichen die lokale Bedienung von verschiedenen Rechnereinheiten über LAN-Kabel, was die ausschließlich lokale Bedienung um interessante Möglichkeiten der Fernwartung, beispielsweise durch Systemadministratoren, ermöglicht. Über die Client-Software lässt sich dabei sogar zwischen verschiedenen Surfern oder Computersystemen umschalten, auch ein Warmstart von Rechnersystemen ist bei Bedarf mithilfe der Client-Software möglich.

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